Brüssel: der Surrealismus im Alltag

An jeder Straßenecke, der Surrealismus im Alltag!

Eine seltsame Geschichte

Ohne es zu merken hat Brüssel sich wie das Kunstwerk von Magritte verwandelt (RENE MAGRITTE MUSEUM (JETTE)). Indem sie völlig fremde Gegenstände zusammen brachten, indem sie einigen Elementen ihre Eigenschaft raubten, indem sie sogar manchmal die Gegenstände völlig entstellten, haben sowohl die Stadt als auch der Künstler die Realität neu erfunden.

So ist Brüssel vor allem surrealistisch.

Durch die “Zwanze”, dem volkstümlichen Scherz. In der Außergewöhnlichkeit des Atomiums oder des Justizpalastes. In der inneren Schönheit, die sich dem Besucher nur stückchenweise darbietet. Ich lasse mich tragen in den Straßen dieses seltsamen Brüssels, das für viele Künstler der 20er Jahre zum Heimathafen wurde.

Magritte, heute...

In seinen Gemälden kommt die tägliche Wirklichkeit stets vor, aber sie wird völlig neuartig dargestellt. Durch Veränderungen des Maßstabes wird die Hierarchie der Motive durcheinander gebracht; die spezifischen Eigenschaften und Funktionen werden abgeändert. Magritte spricht unsere Realität, aber auch unseren Surrealismus an! Spüren Sie es auch so wie ich, dass diese Verhöhnung in seinen Werken auf erstaunliche Weise der so typischen Brüsseler Lebensart gleicht ?

Der Vorreiter...

Auch wenn sein Geburtsort, Ostende, immer im Mittelpunkt seiner Schöpfungen blieb, so war Brüssel doch für James-Sydney Ensor die zweite Heimat. In seinem Gemälde “Entrée du Christ à Bruxelles” wird er zum unerbittlichen, äußerst ironischen Beobachter. Seine einfallsreiche Phantasie verwirrt mich, denn sie stellt einige einfallsreiche Ausdrücke dar, die Brüssel so nahe sind. Wer kann noch abstreiten, dass Ensor einer der Vorreiter des Surrealismus war?